Parkour in der Sporthalle: Was die Flying Dudes uns für den Unterricht gezeigt haben

Titelbild eines Blogartikels mit der Aufschrift „Unsre Zusammenarbeit mit den Flying Dudes – Starke Partner“. Im Bild springen drei Personen dynamisch über einen sonnigen, gepflasterten Untergrund, ihre Schatten werfen markante Silhouetten, die Bewegung und Energie betonen.

Parkour ist mehr als nur spektakuläres Springen über Mauern, Geländer und Dächer. Es geht um Bewegung, um Körpergefühl, um das kreative Überwinden von Hindernissen. Aber es geht auch um Mut, Vertrauen und darum, die eigenen Grenzen kennenzulernen.

Genau das sind auch Themen, die im Schulalltag und speziell im Sportunterricht eine große Rolle spielen. Die Frage, wie man jungen Menschen solche Erfahrungen ermöglichen kann, hat uns von Anfang an beschäftigt. Aus diesem Gedanken entstand unsere Zusammenarbeit mit den Flying Dudes aus Leipzig – David Harder und Alexander Lungwitz. Zwei Trainer, die Parkour nicht nur praktizieren, sondern seit Jahren an Kinder und Jugendliche weitergeben.

Gemeinsam haben wir Unterrichtsmaterialien entwickelt, die Parkour in die Sporthalle bringen. Und aktuell arbeiten wir gemeinsam an einer Fortbildung, die Lehrkräften neue Impulse für ihren Unterricht geben soll. Eine Partnerschaft, die von Anfang an mehr war als ein Projekt.

Inhalt:

Flying Dudes: Die Parkour-Crew hinter unseren Materialien

Die Flying Dudes sind eine Parkour-Crew aus Leipzig, die vor rund elf Jahren gegründet wurde. Was damals als kleine Gruppe für Workshops und Shows begann, ist heute einer der wichtigsten Anlaufpunkte für Parkour in der Region.

Woche für Woche trainieren die beiden Trainer Kinder und Jugendliche in eigenen Kursen, bei Kooperationen und im schulischen Ganztag. Ihr Ansatz verbindet technische Präzision mit einer offenen, motivierenden Atmosphäre, in der Bewegung Spaß machen und Selbstvertrauen wachsen darf.

Für uns war schnell klar, dass diese Haltung genau zu dem passt, was wir im Sportunterricht vermitteln wollen. Die Flying Dudes bringen nicht nur Expertise im Parkour mit, sondern auch ein pädagogisches Verständnis, das unseren Materialien Tiefe gibt und Lehrkräften echten Mehrwert bietet.

Was Parkour-Training und Sportunterricht gemeinsam haben

Als wir mit Sportprofessor gestartet sind, war für uns klar, dass unser Material direkt aus der Praxis kommen soll. Dafür braucht es Partner, die nicht nur sportlich fit sind, sondern wissen, wie man junge Menschen wirklich erreicht.

Mit den Flying Dudes haben wir genau solche Partner gefunden. David und Alex arbeiten seit über zehn Jahren mit Kindern und Jugendlichen und kennen sowohl Gruppendynamiken als auch die Realität des Schulalltags. Sie wissen, wie man Bewegung so anleitet, dass sie motiviert und nicht als Pflichtprogramm wahrgenommen wird.

Was uns besonders überzeugt hat, ist ihr Ansatz: Technik ja, aber immer verbunden mit Spaß, Vertrauen und echtem Miteinander. Die beiden schaffen Räume, in denen junge Menschen ausprobieren dürfen, Fehler machen dürfen und daran wachsen können.

Schon beim ersten Treffen war klar, dass wir dieselbe Haltung teilen. Wir wollen Sport nicht nur „unterrichten“, sondern lebendig machen. Nicht nur Inhalte vermitteln, sondern Erlebnisse schaffen. Genau das bildet die Grundlage für unsere Zusammenarbeit und trägt sie bis heute.

Das erste gemeinsame Unterrichtsmaterial mit den Parkour-Profis

Parkour ist eine vielseitige Bewegungsform, die ihre Wurzeln im militärischen Hindernistraining und in verschiedenen Kampfkunsttraditionen hat. Ziel ist es, sich so effizient wie möglich von einem Punkt zum anderen zu bewegen – laufend, springend, kletternd, rollend. Dabei geht es nicht darum eine Show zu machen, sondern um Körperkontrolle, Achtsamkeit und den kreativen Umgang mit Hindernissen.

Gemeinsam mit den Flying Dudes haben wir uns deshalb gefragt, wie sich Parkour sicher und strukturiert in die Sporthalle holen lässt. Das Ergebnis war unser erstes Parkour-Paket, eine methodische Einführung in die Grundelemente, die ohne spezielle Vorkenntnisse umsetzbar ist und den Charakter von Parkour bewahrt: sinnvolle Bewegung, klare Technik, Spaß an der Herausforderung.

Das Material entstand vollständig in Zusammenarbeit und es trägt bis heute die Handschrift von David und Alex. Jede Übung, jede Illustration und jedes Video basiert direkt auf ihrer langjährigen Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen.

Die Rückmeldungen der Lehrkräfte waren eindeutig: motivierte Klassen, ein neuer Zugang zu Bewegung und ein spürbarer Schub für die Unterrichtspraxis. Für uns stand damit fest, dass dies nur der Anfang sein würde.

Vom ersten Paket zur Fortbildung: Wie das Projekt gewachsen ist

Nach dem ersten Parkour-Paket war für uns schnell klar, dass noch mehr Potenzial im Thema steckt. Die Rückmeldungen aus der Praxis und die gemeinsame Arbeit mit den Flying Dudes haben gezeigt, wie gut Parkour im Unterricht funktioniert. So entstand Schritt für Schritt ein zweites Paket, mit neuen Schwerpunkten, erweiterten Techniken und zusätzlicher methodischer Vielfalt.

Bei der Entwicklung war uns die enge Abstimmung besonders wichtig. Jedes Material entsteht im echten Miteinander. David und Alex bringen nicht nur ihre Bewegungserfahrung ein, sondern auch ihre pädagogische Haltung und ihre langjährige Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Das hilft uns, komplexe Inhalte so aufzubereiten, dass sie im Sportunterricht direkt funktionieren.

Aktuell arbeiten wir gemeinsam an einer Fortbildung für Sportlehrkräfte. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Parkour sicher und sinnvoll, methodisch, didaktisch und mit einem Blick auf unterschiedliche Leistungsniveaus, in den Unterricht integrieren lässt.

Was als einzelnes Unterrichtsmaterial begonnen hat, ist heute ein wachsendes Projekt. Die Zusammenarbeit mit den Flying Dudes basiert auf Vertrauen, klarer Abstimmung und einer gemeinsamen Vorstellung davon, wie Bewegung im Unterricht lebendig werden kann.

Der pädagogische Kern von Parkour

Wer Parkour nur als Sport betrachtet, verpasst das Wesentliche. Natürlich geht es um Bewegung, Technik und Körperbeherrschung, aber dahinter steckt eine Haltung, die weit über den Sportunterricht hinausreicht.

Parkour bedeutet, sich Herausforderungen zu stellen. Den eigenen Weg zu finden. Hindernisse nicht als Blockade zu sehen, sondern als Einladung zur Lösung. Was vielleicht am wichtigsten ist,  Vertrauen in sich selbst, in den eigenen Körper, in das, was möglich ist, wenn man sich traut.

Diese Haltung prägt nicht nur die Arbeit der Flying Dudes, sondern auch unsere gemeinsame Zusammenarbeit. Wir haben gelernt, wie viel entsteht, wenn man sich auf Augenhöhe begegnet. Wenn man sich gegenseitig vertraut, in der Expertise, im Prozess, im kreativen Denken.

Und wir sehen, wie viel Parkour dem Schulsystem geben kann: Eine andere Perspektive auf Bewegung. Ein Raum für Scheitern und Weitermachen. Für Mut, Selbstwirksamkeit und Gemeinschaft.

Für uns ist Parkour deshalb längst mehr als ein Inhalt. Es ist ein Zugang zum Lernen – und eine Erinnerung daran, dass man auch im Unterricht manchmal Umwege gehen muss, um ans Ziel zu kommen.

Wie wir Parkour im Sportunterricht weiter ausbauen werden

Auch wenn die beiden Parkour-Pakete bereits viel abdecken, stehen wir erst am Anfang. Die neue Fortbildung ist der nächste logische Schritt. Sie soll Lehrkräften zeigen, wie Parkour sicher, strukturiert und mit Blick auf unterschiedliche Leistungsniveaus im Unterricht umgesetzt werden kann. Parallel entwickeln wir weitere Inhalte und Formate, die den Sportunterricht praktisch unterstützen.

Unser Ziel bleibt klar, Materialien und Angebote zu schaffen, die nah an der Realität der Sporthalle sind und von echter Expertise profitieren. Die Zusammenarbeit mit den Flying Dudes spielt dabei eine zentrale Rolle. David und Alex bringen nicht nur Technik und Erfahrung ein, sondern auch ein gutes Gespür für Schülergruppen und Unterrichtssituationen.

Wir freuen uns darauf, diesen Weg weiterzugehen und Parkour im Schulsport Schritt für Schritt auszubauen – praxisnah, verständlich und immer mit dem Blick auf das, was in der Halle wirklich funktioniert.

Über die Trainer

David Harder – Parkour-Trainer & Videoproduzent

Meine Begeisterung für Parkour begann mit Videos und Filmen, in denen beeindruckende Sprünge und Flips zu sehen waren.

David Harder ist 29 Jahre alt, lebt in Leipzig und arbeitet selbstständig als Parkourtrainer und Videoproduzent. Seine ersten Schritte im Parkour machte er, nachdem ihn Videos so sehr fasziniert hatten, dass er unbedingt selbst loslegen wollte. Ein Verein in seiner Nähe wurde schnell sein Trainingsort.

Was David besonders auszeichnet, ist die Verbindung aus Technikverständnis und Ruhe. Für ihn gibt es keinen äußeren Leistungsdruck. Jede Person entscheidet selbst, wie weit sie geht und wie schnell sie Fortschritte macht. Parkour ist für ihn mehr als Sport. Die Idee, Hindernisse zu überwinden, gilt für körperliche und mentale Hürden gleichermaßen.

In seiner Jugend war Parkour ihn ein Rückzugsort. Es gab ihm Freiheit, Bewegung und Zeit zum Nachdenken. Heute gibt er diese Erfahrung weiter. Er möchte jungen Menschen Räume schaffen, in denen sie alleine oder gemeinsam wachsen können und Verantwortung für ihre Entwicklung übernehmen.

Alexander Lungwitz – Parkour-Trainer aus Leidenschaft

Was mich an Parkour bis heute begeistert, ist die absolute Freiheit in der Bewegung.

Alexander Lungwitz ist 37 Jahre alt, in Leipzig geboren und in Mainz aufgewachsen. Er arbeitet hauptberuflich als selbstständiger Parkourtrainer. Sein Weg zum Parkour begann, als er mit Freunden den Film Yamakasi sah. Sie probierten die Bewegungen einfach selbst aus. Genau diese Freiheit prägt seinen Zugang bis heute.

Für Alex gibt es keine festen Regeln oder vorgegebenen Grenzen. Jede Umgebung kann ein Trainingsraum sein, ob draußen oder in der Halle. Er liebt es, wenn sich Sportarten weiterentwickeln und neue Möglichkeiten entstehen. Parkour hebt sich für ihn durch diese Offenheit von vielen anderen Bewegungsformen ab.

Seit über zwanzig Jahren begleitet er Jugendliche dabei, ihren eigenen Stil zu finden. Parkour hat ihm neue Menschen und eine feste Basis in Leipzig gebracht. Heute ist er Trainer, der die nächste Generation auf ihrem Weg begleitet und ihnen zeigt, wie viel Kreativität und Selbstbewusstsein in Bewegung steckt.

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